Dinkel-Sauerteigbrot aufgeschnitten auf einem Holzbrett mit sichtbarer lockerer Krume.

Dinkel Sauerteigbrot – einfach selber backen

Aromatisches Dinkelbrot mit Sauerteig – auch für Anfänger geeignet
Rezept von Sonja
(5 von 8)
Zubereitungszeit35 Minuten
Gesamtzeit12 Stunden

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Inhaltsverzeichnis

Dinkel Sauerteigbrot, das verlässlich gelingt und richtig gut schmeckt – genau so backe ich es am liebsten. Mit knuspriger Kruste und saftiger Krume. In diesem Rezept zeige ich dir Schritt für Schritt, worauf es bei Dinkel wirklich ankommt, von der sanften Teigführung bis zum aktiven Sauerteigstarter. Damit dein Brot auch beim ersten Mal gelingt.

Warum dieses Dinkel Sauerteigbrot so gut gelingt

Dieses Rezept setzt auf eine lange Teigreife, die dem Dinkel die nötige Zeit gibt, Feuchtigkeit optimal zu binden. Das Ergebnis ist ein Brot mit tiefem Aroma, das deutlich länger frisch bleibt als herkömmliche Dinkelbrote. Durch die sanfte Knetmethode und die Fermentolyse schützen wir das empfindliche Dinkel-Klebereiweiß, sodass das Brot im Ofen gut aufgehen kann, ohne breit zu laufen.

Falls du noch tiefer einsteigen willst: In meinem Artikel Weizen durch Dinkel ersetzen erkläre ich ausführlich, warum Dinkel seine eigenen Regeln hat und wie du jedes Rezept erfolgreich umstellen kannst.

Dinkel-Sauerteigbrot mit röscher Kruste auf Holzbrett

Das brauchst du für dein Dinkelbrot mit Sauerteig

Die wichtigsten Zutaten:

  • Dinkelmehl Type 630 für eine milde, lockere Krume
  • Dinkelvollkornmehl für mehr Aroma und Biss
  • Aktiver Sauerteigstarter (Dinkel oder Weizen funktioniert beides)
  • Wasser und Salz
  • Rübensirup oder Honig (optional): Balanciert das Aroma, füttert die wilden Hefen während der langen Reifezeit und sorgt für eine schön gebräunte Kruste
Saierteg mit Luftblasen in einem Glas mit einer Markierung der Füllhöhe.

Ist dein Starter fit genug?

Dein Anstellgut sollte vor dem Backen aktiv und triebstark sein. Ein einfacher Test: Wenn sich das Volumen deines Starters nach dem Auffrischen innerhalb von 4 bis 6 Stunden bei 26 bis 28 °C mindestens verdoppelt hat, ist er bereit für den Hauptteig. Falls nicht, frische ihn vorher 1 bis 2 Mal auf. → Tipps zum Sauerteig füttern

Mein Tipp für Dinkel: Gemahlene Flohsamenschalen

Gemahlene Flohsamenschalen sind ein echter Helfer bei Dinkelteigen:

  • Binden Wasser wie ein Schwamm
  • Machen den Teig leichter formbar
  • Halten die Krume saftig
  • Schmeckst du nicht

Du bekommst sie in der Drogerie, Apotheke oder online. Dosierung: 5 g auf 500 g Mehl. Noch mehr Tipps zum Backen mit Dinkel findest du in meinem Artikel Weizen durch Dinkel ersetzen.

Warum Vitamin C bei Dinkel hilft: Ein Schluck Orangensaft oder eine Prise Ascorbinsäure stärkt die Teigstruktur, ohne dass du es schmeckst. Der Teig hält so die Gärgase besser, ist stabiler und läuft weniger breit. Besonders bei sortenreinem Dinkel mit empfindlichem Gluten ist das ein echter Vorteil. → Mehr über Vitamin C beim Brotbacken

Dinkel-Sauerteigbrot aufgeschnitten auf einem Holzbrett mit Nahaufnahme einer sichtbaren lockeren Krume.

Dinkel Sauerteigbrot backen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Sauerteig vorbereiten

Anstellgut mit Wasser und Mehl füttern, warm reifen lassen (26 bis 28 °C), bis er sich mindestens verdoppelt, blubbert und mild-joghurtartig duftet. → Tipps zum Sauerteig auffrischen

Schritt 2: Teig mischen und quellen lassen (Fermentolyse)

Reifen Sauerteig mit Dinkelmehl, Flohsamenschalen und Wasser kurz vermischen, abdecken und 20 bis 30 Minuten quellen lassen.

Warum Fermentolyse?

Bei der Fermentolyse gibst du den Sauerteig schon zur Quellphase dazu (im Gegensatz zur klassischen Autolyse). Das hat drei Vorteile:

  • Der Teig wird schneller geschmeidig
  • Er nimmt mehr Wasser auf
  • Die Knetzeit verkürzt sich deutlich

Gerade bei Dinkel, der empfindlich auf langes Kneten reagiert, ist das ein großer Vorteil.

Schritt 3: Kurz und sanft kneten

Rübensirup oder Honig zugeben, langsam kneten, bis der Teig schön glatt ist (8 bis 10 Minuten auf niedriger Stufe). Dann Salz zugeben und nur noch 1 bis 2 Minuten schneller kneten. Bei Bedarf schluckweise bis zu 20 g Wasser einarbeiten, bis der Teig weich, aber formbar ist.

Überprüfe mit dem Fenstertest, ob der Teig fertig geknetet ist.

Zu langes Kneten schadet! Dinkelteige nur 8 bis 10 Minuten langsam, dann 1 bis 2 Minuten zügig kneten. Sobald der Teig glänzt und anfängt, Fäden zu ziehen, ist es meist schon zu spät. Das Glutengerüst bricht dann schlagartig zusammen. Die fehlende Struktur holst du dir stattdessen über Dehnen und Falten.

Schritt 4: Stockgare und Dehnen & Falten

Den Teig in eine leicht geölte Schüssel geben. In den ersten 90 Minuten 2 Mal dehnen und falten (nach 45 und 90 Minuten). Danach weiter ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Je nach Starter und Temperatur dauert das insgesamt etwa 6 Stunden bei 22 bis 24 °C.

Was ist Stockgare? Die Stockgare ist die erste Teigruhe nach dem Kneten. Hier entwickelt der Teig Aroma und Struktur. Durch regelmäßiges Dehnen und Falten baust du das Glutennetz auf und hältst die Gärgase im Teig – die Basis für eine lockere Krume.

Schritt 5: Schonend formen

Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und sanft, aber mit Spannung rund formen (Rundwirken). Mit dem Teigschluss nach oben in den gut bemehlten Gärkorb geben.

Spannung ist alles: Die in der Stockgare gebildeten Gärgase sind ein großer Teil deines Ofentriebs. Deshalb: Nicht nochmal durchkneten und beim Formen keinen starken Druck ausüben. Die Oberfläche sanft straffen – so hält der „Teig-Ballon“ die Gärgase und bekommt einen schönen Ofentrieb.

Schritt 6: Stückgare

Mit Übernachtgare (empfohlen): Abgedeckt 20 Minuten bei Raumtemperatur anspringen lassen. Danach etwa 12 bis 16 Stunden bei 5 bis 6 °C im Kühlschrank reifen lassen. Anschließend direkt kalt aus dem Kühlschrank backen.

Same-Day-Variante: Abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 1,5 bis 2 Stunden bis zur knappen Verdopplung reifen lassen.

Warum kalte Übernachtgare?

Die kalte Stückgare im Kühlschrank hat mehrere Vorteile:

  • Das Aroma entwickelt sich intensiver
  • Der Teigling ist stabiler und lässt sich besser handhaben
  • Er hält beim Einschneiden und Backen besser die Form
  • Du kannst morgens direkt backen

Gerade bei Dinkelbroten ist die kalte Führung fast schon ein Sicherheitsnetz gegen Breitlaufen.

Schritt 7: Backen

Backofen zusammen mit einem Gusstopf, Backstein oder Backstahl gut auf 250 °C vorheizen.

Im Topf: Teigling aus dem Gärkorb stürzen, einschneiden, in den heißen Topf setzen. 20 bis 25 Minuten mit Deckel bei 250 °C, dann 20 bis 25 Minuten ohne Deckel bei 210 °C ausbacken.

Freigeschoben: Teigling aus dem Gärkorb stürzen, einschneiden, auf den heißen Stein/Stahl schieben. Kräftig schwaden, nach 10 Minuten den Dampf ablassen und bei 210 °C etwa 30 bis 35 Minuten fertig backen.

Fertig ist dein Brot, wenn die Kruste kräftig gebräunt ist und der Laib beim Klopfen hohl klingt.

Heiß starten! Ein sehr gut vorgeheizter Gusstopf, Backstein oder Backstahl sorgt für kräftige Hitze von unten. Das Ergebnis: Guter Ofentrieb und eine knusprige Kruste. Im Gusstopf gelingt das besonders einfach und zuverlässig, weil der Dampf automatisch eingeschlossen wird.

Autorenportrait von Sonja Bauer vom Foodblog Cookie und Co.
Dinkel-Sauerteigbrot aufgeschnitten auf einem Holzbrett mit sichtbarer lockerer Krume.
(5 von 8)

Einfaches Dinkelbrot mit Sauerteig

Einfaches Sauerteigbrot mit Dinkelmehl, knuspriger Kruste und locker-saftiger Krume, ganz ohne zusätzliche Hefe. Als schnelles Same-Day-Brot oder mit Übernachtgare für extra Aroma.
Rezept von Sonja
Zubereitung: 35 Minuten
Backzeit: 45 Minuten
Gesamtzeit: 12 Stunden

Empfohlenes Zubehör

  • 1 Teigwanne oder große Schüssel (leicht geölt)
  • 1 Gärkorb (rund oder lang, ca. 1 kg)
  • Gusstopf mit Deckel oder Backstein/Backstahl
  • Raum- oder Infrarotthermometer (empfohlen)
16 Scheiben (1 Brotlaib aus 1-kg-Gärkörbchen, Teigeinlage ca. 900 g)

Zutaten

Für den Sauerteig

  • 50 g Dinkelanstellgut - Weizenstarter geht auch
  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • 50 g warmes Wasser (35 °C)

Für den Teig

  • gesamter reifer Sauerteig
  • 280 g kühles Wasser - kühl aus der Leitung
  • 350 g Dinkelmehl Type 630
  • 75 g Dinkelvollkornmehl
  • 5 g gemahlene Flohsamenschalen*
  • 10 g Rübensirup - oder Honig
  • 12 g Salz
  • 20 g Wasser (nach Bedarf) - Bassinage

Optional

  • 1 Prise 1 Prise Vitamin-C-Pulver - oder 20 g Orangensaft (dann 20 g Wasser im Teig abziehen)
  • 0,5–1 g Frischhefe - (nur wenn dein Starter sehr jung oder nicht fit ist)

Zubereitung 

Sauerteig

  • Anstellgut, Mehl und Wasser in einem Glas vermischen. Abgedeckt 2 bis 4 Std. bei 26 bis 28 °C reifen lassen.
    50 g Dinkelanstellgut
    50 g Dinkelvollkornmehl
    50 g warmes Wasser (35 °C)
    Reifer Dinkelsauerteig in einem Glas mit einem Glas Mehl und einer Karaffe mit Wasser sowie Löffel und Schneebesen im Hintegrund.
  • Was du siehst: Der Sauerteig hat sich mindestens verdoppelt (besser verdreifacht), zeigt viele Bläschen und duftet mild-joghurtartig. Dann ist er reif.

Teig mischen (Fermentolyse)

  • Den reifen Sauerteig mit dem Wasser, beiden Dinkelmehlen und den Flohsamenschalen (und optional Vitamin C/Orangensaft) in der Küchenmaschine oder Schüssel kurz vermischen, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind.
    Abgedeckt 20 bis 30 Min. quellen lassen.
    gesamter reifer Sauerteig
    280 g kühles Wasser
    350 g Dinkelmehl Type 630
    75 g Dinkelvollkornmehl
    5 g gemahlene Flohsamenschalen*
    1 Prise 1 Prise Vitamin-C-Pulver
    Fermentolyseteig mischen.
  • Was du siehst: Der Teig ist nach der Quellzeit schon deutlich geschmeidiger und lässt sich leichter kneten.

Kneten

  • Rübensirup oder Honig (und optional Hefe) zugeben. 8 bis 10 Min. auf niedriger Stufe kneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist.
    Salz zugeben und 1 bis 2 Min. auf mittlerer Stufe weiterkneten.
    Bei Bedarf schluckweise bis zu 20 g Wasser einarbeiten, bis der Teig weich, aber formbar ist.
    10 g Rübensirup
    12 g Salz
    20 g Wasser (nach Bedarf)
    0,5–1 g Frischhefe
  • Was du siehst: Der Teig löst sich vom Schüsselrand, ist glatt und leicht glänzend. Mit dem Fenstertest prüfen: Lässt sich der Teig dünn auseinanderziehen, ohne zu reißen?

1. Teigruhe (Stockgare)

  • Den Teig in eine leicht geölte Schüssel oder Teigwanne geben.
    Nach 45 Min. zum ersten Mal dehnen und falten.Nach 90 Min. zum zweiten Mal dehnen und falten.
    Danach weiter reifen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
    Dauer: Je nach Starteraktivität und Raumtemperatur insgesamt etwa 5 bis 6 Std. bei 22 bis 24 °C.
    Coil Fold - schonendes Dehnen und Falten von Brotteig.
  • Was du siehst: Der Teig ist deutlich aufgegangen, die Oberfläche zeigt Bläschen, er wölbt sich leicht nach oben und fühlt sich luftig an.

Formen

  • Den Teig vorsichtig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben. Sanft, aber mit Spannung rund formen (Rundwirken).
    Mit dem Teigschluss nach oben (glatte Seite unten) in den gut bemehlten Gärkorb setzen.
    Wichtig: Nicht durchkneten, keinen starken Druck ausüben. Die Gärgase aus der Stockgare sind dein Ofentrieb!

2. Teigruhe (Stückgare)

  • Übernachtgare (empfohlen):Abgedeckt 20 Min. bei Raumtemperatur anspringen lassen. Danach 12 bis 16 Std. bei 5 bis 6 °C im Kühlschrank reifen lassen. Anschließend direkt kalt backen.
    Same-Day-Variante:Abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 1,5 bis 2 Std. reifen lassen, bis der Teigling knapp verdoppelt ist.
    Was du siehst: Der Teigling ist sichtbar aufgegangen und fühlt sich luftig an. Bei Raumtemperatur: Fingerdrucktest – drückst du leicht hinein, kommt die Delle langsam, aber nicht ganz zurück.

Backen

  • Den Backofen zusammen mit dem Gusstopf (oder Backstein/Backstahl) auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mindestens 30 Min. vorheizen!
    Im Topf:Teigling aus dem Gärkorb in den heißen Topf stürzen. Einschneiden. Deckel schließen.
    Freigeschoben (auf Backstein/Backstahl):Teigling aus dem Gärkorb stürzen, einschneiden, auf den heißen Stein/Stahl schieben. Kräftig schwaden.
    Gesamte Backzeit: 45 bis 50 Min.
    20 bis 25 Min. mit Deckel bei 250 °CDann 20 bis 25 Min. ohne Deckel bei 210 °CNach 10 Min. Backofentür weit öffnen und Dampf ablassenBei 210 °C etwa 30 bis 35 Min. fertig backen
  • Was du siehst: Die Kruste ist kräftig goldbraun bis kastanienbraun. Beim Klopfen auf die Unterseite klingt das Brot hohl.

Auskühlen

  • Nach dem Backen das Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter mindestens 1 Std., besser 2 Std. auskühlen lassen.
    Wichtig: Erst dann anschneiden! Die Krume braucht Zeit zum Stabilisieren, sonst wird sie klebrig.
    Dinkel-Sauerteigbrot aufgeschnitten auf einem Holzbrett mit sichtbarer lockerer Krume.

Meine Tipps

  • Zeitangaben sind Richtwerte. Temperatur und Starteraktivität beeinflussen die Reifezeit stark. Orientiere dich an den Reifezeichen, nicht strikt an der Uhr.
  • Flohsamenschalen halten den Teig formbar und die Krume saftig. Nicht weglassen, sonst wird der Teig deutlich weicher.
  • Kühles Wasser verwenden (18 bis 20 °C), damit der Teig beim Kneten nicht zu warm wird. Dinkel reagiert empfindlich auf Temperaturen über 24 °C.
  • Übernachtgare im Kühlschrank macht den Teigling stabiler und das Aroma intensiver.
  • Heiß vorheizen ist entscheidend für Ofentrieb und Kruste.
 

Zeitplan (Beispiel mit Übernachtgare)

UhrzeitSchritt
08:00Sauerteig auffrischen
11:00Fermentolyseteig mischen, 20 bis 30 Min. quellen
11:30Hauptteig kneten, Start Stockgare
12:151. Dehnen und Falten
13:002. Dehnen und Falten
17:30Formen, 20 Min. anspringen lassen
18:00Ab in den Kühlschrank (Stückgare)
Nächster Tag 
06:00 bis 10:00Backen (direkt kalt aus dem Kühlschrank)
Same-Day: Nach dem Formen bis ca. 19:30 bei Raumtemperatur reifen lassen, dann backen. Brot ist ca. 20:15 fertig.
 

Thermomix-Variante

  1. Fermentolyse: Reifen Sauerteig, beide Mehle, Flohsamenschalen und Wasser (optional Vitamin C/Orangensaft) in den Mixtopf geben. 20 Sek. | Stufe 4 vermischen. Dann 20 bis 30 Min. abgedeckt im Kühlschrank quellen lassen.
  2. Kneten: Rübensirup/Honig zugeben. 2 Min. | Teigknetstufe. Salz zugeben. 30 Sek. | Teigknetstufe. Bei Bedarf bis zu 20 g Wasser am Ende kurz einarbeiten (10 bis 15 Sek.).
  3. Weiter wie im Rezept: Teig in geölte Schüssel umfüllen und nach Anleitung fortfahren.
 

Hinweise

  • Reste vom Sauerteig-Auffrischen nicht wegwerfen! Du kannst sie für Sauerteigreste-Rezepte verwenden.
  • Anstellgut sichern: Vor dem Backen immer einen kleinen Teil deines reifen Sauerteigs als neues Anstellgut zurückbehalten und kühl lagern. → Sauerteig aufbewahren
 

Nährwerte pro Portion (ca.)

Kalorien: 116,6 kcal | Kohlenhydrate: 23,8 g | Eiweiß: 3,4 g | : 1 Scheibe
Lust auf mehr? Hier folgen passende Rezeptideen & hilfreiche Tipps.

Darauf solltest du bei Dinkelteig achten – meine 5 Tipps

  1. Kurz kneten, clever falten: Dinkelteige nur 8 bis 10 Minuten langsam, dann 1 bis 2 Minuten zügig kneten. Den Rest erledigen zwei Falt-Runden.
  2. Feuchtigkeit bändigen: 5 g Flohsamenschalen geben deinem Teig Stand und saftige Krume ohne Klebrigkeit.
  3. Spannung aufbauen: Beim Formen die Oberfläche sanft straffen – so hält der „Teig-Ballon“ die Gärgase und bekommt guten Ofentrieb.
  4. Heiß starten: Sehr gut vorgeheizter Gusstopf, Backstein oder Backstahl sorgen für kräftige Unterhitze, knusprige Kruste und guten Ofentrieb.
  5. Reife lesen: Lieber auf die Volumenzunahme achten als auf die Uhrzeit. Beim geformten Brot hilft der Fingerdrucktest (funktioniert nicht bei kaltem Teig).
Dinkel-Sauerteigbrot aufgeschnitten auf einem Holzbrett mit sichtbarer lockerer Krume.

Häufige Fehler beim Dinkel Sauerteigbrot – und wie du sie vermeidest

ProblemUrsacheLösung
Zu sauer / kaum TriebStarter nicht fit1 bis 2 Mal füttern bei 26 bis 28 °C, erst verwenden wenn er sich in wenigen Stunden verdoppelt
Flacher LaibStückgare zu lang oder zu wenig SpannungFrüher backen, straffer formen, heiß anbacken (im Topf hilft)
Dichte/speckige KrumeUntergare oder zu kalt geführtWärmer führen, Reifezeichen abwarten, Stückgare verlängern
Klebrig/zu weicher TeigZu viel Wasser oder zu lange geknetetMit weniger Wasser starten, kürzer kneten, Struktur über Dehnen & Falten

Häufig gestellte Fragen zum Dinkel-Sauerteigbrot

Welches Mehl eignet sich für Dinkel Sauerteigbrot?

Ich empfehle eine Mischung aus Dinkelmehl Type 630 (für die Struktur) und Dinkelvollkornmehl (für den Geschmack). Type 630 sorgt für eine milde, lockere Krume, während Vollkorn mehr Aroma und Biss bringt. Auch Type 1050 funktioniert gut und liegt geschmacklich dazwischen.

Kann ich Dinkelvollkorn verwenden?

Ja, aber beachte, dass Vollkornmehl deutlich mehr Flüssigkeit aufnimmt. Erhöhe die Wassermenge schrittweise um etwa 10 Prozent. Der Teig wird außerdem etwas schwerer und das Brot kompakter. Ein Mix aus hellem Mehl und Vollkorn ist oft der beste Kompromiss.

Kann ich das Brot über Nacht gehen lassen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert! Die kalte Übernachtgare im Kühlschrank verbessert nicht nur das Aroma, sondern macht den Teigling auch stabiler für das Einschneiden und Backen. Der Teigling kommt direkt kalt in den vorgeheizten Ofen.

Warum wird mein Dinkelbrot trocken?

Dinkelbrot trocknet schneller aus als Weizenbrot. Das liegt am empfindlicheren Klebereiweiß. Abhilfe schaffen: Flohsamenschalen oder ein Mehlkochstück im Teig, ein kleiner Anteil Fett (Öl oder Butter) oder nicht zu lange und nicht bei zu niedriger Temperatur backen.

Wie bewahre ich Dinkelbrot am besten auf?

Am besten bei Raumtemperatur, nicht im Kühlschrank (das trocknet aus). Mit dem Anschnitt nach unten auf einem Holzbrett oder im Leinenbeutel lagern. In einem Steinguttopf (unglasiert) hält sich Brot besonders lange frisch. Zum Auffrischen: 5 bis 10 Minuten bei 200 bis 220 °C im Ofen – die Kruste wird wieder knusprig.

Weitere Brotrezepte mit Sauerteig

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→ Noch mehr Rezepte findest du in meiner Kategorie Brotrezepte mit Sauerteig.

Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren und gutes Gelingen! Hast du eine Frage oder möchtest mir dein Feedback schicken? Schreib es mir einfach in die Kommentare – ich helfe dir gerne weiter!

Alles Liebe ,

Unterschrift Sonja
Bild von Hi, ich bin Sonja. Ernährungsexpertin, Backbuchautorin und seit 10 Jahren Foodbloggerin.
Hi, ich bin Sonja. Ernährungsexpertin, Backbuchautorin und seit 10 Jahren Foodbloggerin.

Hier gibt's erprobte Rezepte mit Fachwissen, das schmeckt: von der perfekten Brotkruste bis zum fluffigsten Kuchen. Tipps, die den Unterschied machen, und Rezepte, die garantiert gelingen. Schön, dass du da bist!

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19 Kommentare zu „Dinkel Sauerteigbrot – einfach selber backen“

    1. Liebe Magdalena,
      die Wassermenge lässt sich da leider nicht pauschal empfehlen, da Ruchmehl je nach Mühle ziemlich unterschiedlich sein kann – manche nehmen mehr Wasser auf als andere. Als grobe Orientierung: Starte am besten mit ca. 5–10 % weniger Flüssigkeit als im Originalrezept und gib nach Gefühl beim Kneten noch etwas dazu, falls der Teig es gut annimmt.

      Liebe Grüße
      Sonja

    1. Wie schön – danke dir für das tolle Feedback! 🧡
      Dass es euer tägliches Familienbrot ist und du gleich doppelt backst, freut mich riesig. Weiterhin viel Backfreude!

      Liebe Grüße
      Sonja

      1. Hallo Nina,
        prinzipiell geht das auf jeden Fall, du kannst einfach dein Roggenanstellgut nutzen. Der Geschmack kann aber eventuell etwas kräftiger und säuerlicher, dafür auch aromatischer werden.
        LG Sonja

      2. 5 Sterne
        Hi Sonja
        das Rezept finde ich toll. ich habe viele Urkornmehle daheim und würde gerne dein Rezept mit ihnen ausprobieren. Ich habe Einkorn, Rotkorn und Khorasan die würde ich zu je einen Drittel einsetzen wollen. meinst du das kann funktionieren?
        Danke dir & VG
        Daniela

        1. Hallo Daniela,

          das klingt spannend! Grundsätzlich sollte das funktionieren, aber rechne mit ein paar Anpassungen:
          Urkornmehle (vor allem Einkorn) haben einen noch etwas schwächeren Kleber als Dinkel. Der Teig wird dadurch weicher und empfindlicher. Ich würde die Wassermenge erstmal um ca. 10–15 % reduzieren und mich vorsichtig rantasten. Außerdem den Teig noch kürzer und sanfter kneten (oder von Hand), damit der empfindliche Kleber nicht überarbeitet wird.

          Einkorn macht den Teig am weichsten, Khorasan ist da etwas stabiler. Die Mischung aus allen dreien sollte sich ausgleichen. Falls der Teig dir trotzdem zu instabil vorkommt, kannst du ihn auch in einer Kastenform backen, die gibt Halt.
          Ich habe diese Kombination selbst nicht getestet, aber wenn du es ausprobierst, berichte gerne!

          Liebe Grüße
          Sonja

  1. 5 Sterne
    Liebe Sonja, das Brot ist super lecker! Da ich aber ein Fan von Saaten bin würde ich die gerne ergänzen. Wie müsste ich vorgehen?

    Ganz liebe Grüsse
    Bettina

    1. Hallo Bettina,

      das freut mich sehr! Saaten sind eine tolle Ergänzung.

      Wichtig ist, dass du die Saaten vorher einweichst, damit sie dem Teig keine Feuchtigkeit entziehen. Nimm ca. 100 g Saaten und übergieße sie mit Wasser. Die genauen Wassermengen je nach Saat findest du in meinem Quellstück-Guide. Am besten über Nacht im Kühlschrank quellen lassen, oder mindestens 2 Stunden mit heißem Wasser als Brühstück.
      Die gequollenen Saaten vor dem Zugeben abtropfen lassen und ganz am Ende des Knetens kurz unterarbeiten.

      Liebe Grüße
      Sonja

      1. 5 Sterne
        Hallo liebe Sonja

        Du bist ein Schatz, vielen herzlichen Dank für Deine Antwort, das werde ich morgen gleich ausprobieren und die Saaten über Nacht einweichen. Ich bin schon sehr gespannt.
        Mein Sauterteigansatz ist im Kühlschrank, mach es Sinn, dass ich ihn vorher, sprich heute Abend noch anfüttere, habe das vor zwei Tagen gemacht und dann morgen Früh starte?

        Liebe Grüsse
        Bettina

        1. Hallo Bettina,

          sehr gerne! 🙂 Ja, ich würde den Sauerteigansatz heute nochmal auffrischen. Dann ist er morgen richtig fit für dein Brot.

          Gutes Gelingen und frohe Oster,
          Sonja

          1. 5 Sterne
            Liebe Sanja, habe ich gemacht. Soll ich beim Rezept Wasser weglassen wegen den eingelegten Saaten und kann ich die gleich beim Kneten beifügen?
            Danke, ich werde Dir berichten und auch Dir wunderschöne Ostern!
            Alles Liebe, Bettina

          2. Hallo Bettina,

            ja genau, ich würde erstmal etwas Flüssigkeit zurückhalten und dann nach Bedarf beim Kneten hinzufügen.

            Ganz liebe Grüße und frohe Oster,
            Sonja

  2. 5 Sterne
    Liebe Sonja, das Brot wurde super lecker!!!! Noch zwei Fragen: kann ich die Saaten gleich am Anfang beifügen, damit ich merke, wieviel Wasser es noch zusätzlich braucht oder erst beim Kneten? Und falls ich ein Brot mit der doppelten Menge machen möchte, kann ich die Saaten auch verdoppeln und wie soll ich es dann backen in einer Brotbackform Temperatur und Zeit?

    1. Hallo,
      ich würde sie nach und nach in der zweiten Knetphase zufügen oder wenigstens erstmal einige Minuten ohne Saaten kneten, damit sich das Teiggerüst optimal entwickeln kann.
      Wenn du du das doppelte Rezept zubereitest, kannst du auch die Saaten verdoppeln, ich würde dann zwei Brote machen oder wenn du ein großes willst, müsstest du länger backen (schätze 20 Minuten). Die Temperaturen bleiben gleich. In einer Kastenform musst es es nicht backen, aber möglich ist es natürlich auch.

      Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne.

      LG Sonja

      1. 5 Sterne
        Liebe Sonja, vielen herzlichen Dank für die Info. Okay, dann gebe ich die Saaten erst beim Kneten bei, wenn es schon so 5 Minuten geknetet hat, dann ziehe ich die Menge des Wasser der Saaten mal am Anfang ab und schaue beim Kneten, wieviel es noch braucht, denn ich musste Mehl beigeben, da der Teig zu flüssig/klebrig war. Ganz liebe Grüsse, Bettina

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