Warum Rouladen aus dem Ofen einfach besser gelingen
Viele scheuen sich vor Rouladen, weil sie als aufwendig gelten. Dabei ist die Ofen-Methode eigentlich die entspannteste Art, sie zuzubereiten:
- Gleichmäßige Rundum-Hitze: Im Ofen umschließt die Wärme den Bräter von allen Seiten – das Fleisch gart sanfter und gleichmäßiger als auf dem Herd.
- Kein Anbrennen: Die Soße kann nicht so leicht am Topfboden festsetzen, weil keine direkte Hitze von unten kommt.
- Zeit für die Beilagen: Während die Rouladen zwei Stunden vor sich hin schmoren, kannst du dich in Ruhe um Rotkohl, Klöße oder deine Gäste kümmern.
- Perfekt für größere Mengen: Ab 6–8 Rouladen lohnt sich der Ofen besonders – sie passen alle in einen Bräter und werden gleichmäßig zart.
Das richtige Fleisch für Rinderrouladen
Beim Metzger fragst du am besten nach Rinderoberschale. Diese Stücke sind schön groß, relativ mager und haben eine feine Faserstruktur, die beim Schmoren wunderbar mürbe wird. Unterschale funktioniert auch, braucht aber oft etwas länger.
Mein Tipp: Lass die Scheiben nicht zu dick schneiden – etwa 8–10 mm sind ideal. Zu dicke Scheiben lassen sich schwer rollen und brauchen deutlich länger, bis sie zart sind.

Die klassische Füllung: Was gehört wirklich rein?
Die traditionelle Rouladen-Füllung besteht aus vier Zutaten:
- Senf (mittelscharf) – die würzige Basis
- Speck oder Bacon (durchwachsen) – für Saftigkeit und Geschmack
- Zwiebeln – fein gehackt oder in Ringen
- Gewürzgurken – für die typische Säure
Wichtig: Würze das Fleisch erst mit Salz und Pfeffer, bevor du den Senf aufstreichst. So haftet die Würzung direkt am Fleisch.
Die Gurken-Frage ist übrigens eine Glaubenssache – ich persönlich finde, sie geben erst den richtigen Oma-Geschmack. Aber wenn du absolut keine warmen Gurken magst, kannst du sie weglassen.
Rouladen richtig rollen und verschließen
Das Aufrollen ist einfacher als gedacht: Die Füllung mittig verteilen, dabei die Ränder frei lassen. Dann die beiden langen Seiten etwas nach innen klappen und von einer kurzen Seite her fest aufrollen.
Zum Verschließen hast du drei Möglichkeiten:
- Zahnstocher: Am einfachsten, besonders für Anfänger. Einfach durch die Naht stecken.
- Küchengarn: Die Profi-Variante, hält bombenfest.
- Rouladenklammern: Praktisch und wiederverwendbar.
Beim Anbraten gilt: Immer mit der Naht nach unten in die Pfanne legen. So schließt sie sich durch die Hitze und die Roulade bleibt zusammen.

Die dunkle Soße: Das Herzstück
Eine richtig gute Rouladensoße braucht Zeit und die richtigen Zutaten:
Suppengrün (Karotte, Sellerie, Lauch) wird zusammen mit den Rouladen mitgeschmort und gibt der Soße Tiefe und Farbe. Das Gemüse wird später püriert oder durchgesiebt – so bekommst du eine sämige, intensive Soße ganz ohne künstliche Verdickungsmittel.
Rotwein gibt zusätzliche Tiefe. Nimm einen trockenen – er muss nicht teuer sein, aber schmecken sollte er dir schon. Für eine alkoholfreie Variante (z. B. wenn Kinder mitessen) funktioniert auch dunkler Traubensaft oder einfach mehr Rinderfond mit einem Schuss Balsamico.
Tomatenmark sorgt für Farbe und eine leichte Süße. Lass es kurz mit anrösten, bevor du ablöschst – das intensiviert den Geschmack.
Mein Tipp für extra sämige Soße: Püriere einen Teil des mitgeschmorten Wurzelgemüses (ohne Lorbeerblatt und Piment) direkt mit in die Soße. Das bindet natürlich und schmeckt noch intensiver als Speisestärke allein.

Klassische Rinderrouladen aus dem Ofen
Empfohlenes Zubehör
- Schwerer Bräter oder gusseiserne Cocotte mit Deckel (ofenfest)
- Zahnstocher, Küchengarn oder Rouladenklammern
- Mixer, Stabmixer oder Sieb (für die Soße)
Zutaten
Für die Rouladen
- ca. 600 – 720 g Rinderrouladen aus der Oberschale (4 Stück) - je ca. 150–180 g pro Stück
- 4 gehäufte TL mittelscharfer Senf
- 8 Scheiben Bacon oder durchwachsener Speck - 2 Scheiben pro Roulade
- 2 rote Zwiebeln - fein gehackt oder in Ringen
- 4 kleine Gewürzgurken - in Scheiben
- Salz und Pfeffer
- 20 g Butterschmalz oder neutrales Öl - zum Anbraten
Für die Soße
- 1 kleines Bund Suppengrün - Karotte, Sellerie, Lauch
- 1 rote Zwiebel - grob gewürfelt
- 20 g Tomatenmark
- 10 g brauner Zucker - oder Vollrohrzucker
- 100 ml trockener Rotwein + 1 Schuss zum Ablöschen - alternativ: dunkler Traubensaft
- 300 ml Rinderfond oder kräftige Fleischbrühe
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Prise Piment
- Salz und Pfeffer
- 1 geh. TL Speisestärke (ca. 5 g)
- 1–2 EL kaltes Wasser - zum Anrühren der Stärke
Zubereitung
Vorbereitung
- Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze (140 °C Umluft) vorheizen.
- Das Suppengrün putzen und grob würfeln. Die Zwiebel für die Soße ebenfalls grob würfeln. Beiseitestellen.1 kleines Bund Suppengrün1 rote Zwiebel
- Die Zwiebeln für die Füllung fein hacken oder in dünne Ringe schneiden. Die Gewürzgurken in dünne Scheiben hobeln.4 kleine Gewürzgurken2 rote Zwiebeln
Rouladen füllen & rollen
- Die Rinderrouladen auf der Arbeitsfläche ausbreiten und auf der Innenseite kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.ca. 600 – 720 g Rinderrouladen aus der Oberschale (4 Stück)Salz und Pfeffer
- Jede Roulade dünn mit Senf bestreichen. Mit je 2 Scheiben Bacon belegen.Die Zwiebeln und Gurkenscheiben mittig auf dem Bacon verteilen. Die Ränder dabei frei lassen.4 gehäufte TL mittelscharfer Senf8 Scheiben Bacon oder durchwachsener Speck
- Die beiden langen Seiten etwas nach innen klappen. Von einer kurzen Seite her fest aufrollen und mit Zahnstochern, Küchengarn oder Klammern verschließen.
Anbraten & Schmoren
- Das Butterschmalz in einem ofenfesten Bräter auf dem Herd erhitzen. Die Rouladen mit der Naht nach unten hineinlegen und von allen Seiten kräftig anbraten, bis sie schön gebräunt sind. Herausnehmen und beiseitestellen.20 g Butterschmalz oder neutrales Öl
- Im selben Bräter das Suppengrün und die Zwiebeln anbraten. Den braunen Zucker darüberstreuen und leicht karamellisieren lassen.10 g brauner Zucker
- Mit einem Schuss Rotwein ablöschen und fast vollständig einkochen lassen. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten.Mit dem restlichen Rotwein und Rinderfond ablöschen. Lorbeerblatt, Piment, Salz und Pfeffer hinzufügen. Einmal aufkochen lassen.Salz und Pfeffer100 ml trockener Rotwein + 1 Schuss zum Ablöschen300 ml Rinderfond oder kräftige Fleischbrühe1 Lorbeerblatt1 Prise Piment20 g Tomatenmark
- Die Rouladen zurück in den Bräter legen. Mit dem Deckel fest verschließen und im vorgeheizten Ofen ca. 2 Stunden schmoren lassen.Tipp: Nicht zwischendurch öffnen, die Feuchtigkeit muss im Topf bleiben!
Soße fertigstellen
- Die fertigen Rouladen aus dem Sud nehmen und warm halten.
- Das Lorbeerblatt entfernen. Den Sud mit einem Stabmixer fein pürieren (oder durch ein Sieb streichen).
- Die Speisestärke mit dem kalten Wasser glatt rühren und in die köchelnde Soße einrühren. 1–2 Minuten köcheln lassen, bis die Soße leicht andickt.1 geh. TL Speisestärke (ca. 5 g)1–2 EL kaltes Wasser
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Rouladen in die Soße legen und servieren.
Meine Tipps
- Vorbereiten am Vortag: Die Rouladen komplett fertig schmoren und über Nacht in der Soße (mit geschlossenem Deckel) im Kühlschrank durchziehen lassen. Am nächsten Tag langsam in der Soße erwärmen – sie werden noch zarter und aromatischer!
- Größere Menge: Ab 6–8 Rouladen lohnt sich der Ofen besonders. Die Schmorzeit bleibt gleich.
- Einfrieren: Rouladen zusammen mit der Soße einfrieren. Hält sich ca. 3 Monate. Langsam im Topf auftauen und erwärmen.
- Extra sämige Soße: Einen Teil des pürierten Gemüses in der Soße lassen – das bindet natürlich und schmeckt intensiver.
- Ohne Alkohol: Statt Rotwein dunklen Traubensaft oder mehr Rinderfond mit einem Schuss Balsamico verwenden.
Zubereitung mit dem Thermomix
- Gemüse zerkleinern: Suppengrün und Zwiebel für die Soße in den Mixtopf geben: 5 Sek. / Stufe 5. Umfüllen.
- Zwiebeln und Gewürzgurken für die Füllung: 5 Sek. / Stufe 4. Umfüllen.
- Soße pürieren: Den Sud (ohne Lorbeerblatt) in den Mixtopf geben. Die angerührte Speisestärke hinzufügen: 20 Sek. / Stufe 10 fein pürieren.
- Dann 3–6 Min. / 100 °C / Stufe 2 aufkochen lassen. Abschmecken und zu den Rouladen servieren.
- Das Anbraten und Schmoren erfolgt wie oben beschrieben im Bräter.
Nährwerte pro Portion (ca.)
Die perfekten Beilagen
Zu Rinderrouladen passen am besten:
- Apfelrotkohl – der absolute Klassiker, hier findest du mein Rezept für hausgemachten Rotkohl
- Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße
- Semmelknödel
- Dampfnudeln – hier findest du mein Rezept für salzige Dampfnudeln wie von Oma
Häufige Fragen zu Rinderrouladen aus dem Ofen
Bei 160 °C Ober-/Unterhitze (oder 140 °C Umluft) etwa 2 Stunden. Wichtig: Der Deckel muss fest geschlossen sein, damit die Feuchtigkeit im Topf bleibt. Nach zwei Stunden zerfällt das Fleisch fast auf der Gabel.
Das passiert meist, wenn sie zu kurz oder bei zu hoher Temperatur geschmort wurden. Rindfleisch braucht Zeit, damit sich das Bindegewebe in Gelatine umwandelt. Gib ihnen lieber 30 Minuten länger bei moderater Hitze, als sie zu heiß „kochen“ zu lassen.
Unbedingt, das ist sogar mein bester Tipp! Wenn sie eine Nacht in der Soße durchziehen, schmecken sie am nächsten Tag noch aromatischer und werden noch zarter. Einfach im Ofen oder auf dem Herd langsam in der Soße wieder erwärmen. Perfekt für stressfreie Feiertage!
Ja, sehr gut sogar. Am besten zusammen mit der Soße einfrieren, so trocknen sie nicht aus. Hält sich etwa 3 Monate.
Oberschale ist der Klassiker, schön groß, mager und wird beim Schmoren wunderbar zart. Unterschale geht auch, braucht aber etwas länger.

Rouladen wie bei Oma – dein neues Lieblingsrezept?
Dieses Rezept für klassische Rinderrouladen aus dem Ofen ist echte Hausmannskost, die immer gut ankommt. Mit butterzartem Fleisch, aromatischer Füllung und kräftiger Soße ist es genau das Richtige für gemütliche Wochenenden oder besondere Anlässe.

7 Gedanken zu „Klassische Rinderrouladen aus dem Ofen: Butterzart wie bei Oma“
Dein Rezept klingt super lecker, ich liebe Rouladen! Sehr gern essen auch wir dazu Rotkohl, aber ich mag auch auspesprochen gern dazu Rosenkohl oder grüne Bohnen, jeweils mit leckerem gerösteten Paniermehl mit Butter. Köstlich.
Die einzige Änderung zu deinem Rezept, die ich vornehme, ist der Austausch von Gurken gegen durchwachsenen Speck und Zwiebeln!
Ich wünsche eine schöne Weihnacht!
Dein Rouladen-Rezept ist wirklich sehr gut. Ich mache meine Rouladen nur noch nach Deinem Rezept. Ich habe kürzlich die 3-fache Menge gemacht und eingefroren. Das hat sehr gut geklappt. Vielen Dank für Dein schönes Rezept. Conny
Das freut mich wirklich sehr! Ganz lieben Dank für deine Rückmeldung,
viele Grüße,
Sonja
Hallo, wenn ich die Rouladen am Vortag vorbereiten möchte, mache ich dann schon die Soße gleich mit und lege ich die Rouladen dort hinein? Wie mache ich das dann wieder warm, ohne daß es trocken wird? Fragen über Fragen….
Liebe Julia,
ja, genau so mache ich das. Dann ziehen die Rouladen auch gleich noch etwas durch. Dann bei mittlerer Hitze in der Soße aufwärmen.
LG Sonja
Bin gerade am vorbereiten für morgen 🥰🥰🥰
Der Geruch macht mich jetzt schon wahnsinnig und die Soße schmeckt grandios
Bin gespannt auf morgen
Lass sie dir schmecken!😊